Suche:

DIE BISCHÖFE
Die Geschichte des Bistums und der Stadt Hildesheim


Bernward von Hildesheim (ab 993 Bischof von Hildesheim) prägte durch seine Persönlichkeit, sein politisches Wirken und seinen Einfluss auf die Kunst, eine ganze Epoche.
Als Erzieher des damals siebenjährigen Otto III. (Kaiser ab 996) gewann auch das ihm anvertraute Bistum Hildesheim rasch an großer Bedeutung.
Die monumentalen von Bernward geschaffenen Bronzetüren des Domes (1015) sowie die Christussäule (1020), welche - im Gegensatz zu den Türen - anfangs für St. Michael bestimmt war, sind nur zwei der zahlreichen Kunstwerke der nach ihm benannten "Bernwardinischen Zeit".



"Vertreibung aus dem Paradies"
Bernwardstür (Detail)

Foto: Stadtarchiv Hildesheim (SAH)

Bernward ließ den Dombezirk durch eine mächtige Mauer schützen und begann mit dem Bau einer großen, dem Erzengel Michael geweihten Kirche, die einen Höhepunkt der abendländischen Kultur am Anfang des ersten Jahrtausends darstellen sollte.
Der weitgereiste und hochgebildete Bischof nahm eine Fülle von Anregungen und Motiven aus antiken und frühmittelalterlichen Bauwerken in seinen Bauplan für St. Michael auf.

Modell um 1022 (Ausschnitt), Stadtmuseum im Knochenhauer-Amtshaus
Foto: Eichfelder

Es war ihm nicht vergönnt sein Werk vollendet zu sehen; als er 1022 starb, wurde er in dem von ihm gestalteten Steinsarg in der Krypta beigesetzt.

Bischof Godehard,
sein Nachfolger ließ die Bauarbeiten an St. Michael fortsetzen. 1033 war die von Vierungs- und Treppentürmen umgebene Langschiffbasilika, eine der schönsten Schöpfungen frühromanischer und ottonischer Baukunst in Norddeutschland fertig gestellt (Abb. Seitenende).

Bischof Godehard
(Skuptur am Hildesheimer Dom)
Foto: Raymond Faure
(www.raymond-faure.com)

Bischof Godehard kam aus Niederbayern, wo er 25 Jahre lang als Abt einer Benediktinerabtei gedient hatte.
Das Gotthard-Massiv und der St.-Gotthard-Pass in den Alpen wurden nach ihm benannt.
In seiner sechzehnjährigen Amtszeit förderte Bischof Godehard die Entwicklung der Kirchen, Klöster und Schulen.

Von den Nachfolgern Godehards erlangte Bischof Hezilo große Bedeutung. Auf den Grundmauern des vom Brand zerstörten Domes ließ er 1079 eine neue, dreischiffige Basilika erbauen.
Ihre Scheitelkapelle wurde genau auf dem Platz der kleinen Kapelle aus der Zeit Ludwigs des Frommen errichtet. Als Baumeister gilt Benno, der Erbauer der Kaiserpfalz in Goslar.
Rekonstruktion des Doms (Bild: SAH)

Der Dombau wurde 1120 von Bischof Berthold I. durch die bereits von Hezilo begonnenen Ostapsis vollendet. 1133 gründete Bischof Bernhard I. das Godehardikloster und die romanische St. Godehard-Basilika, die bis heute in ihrer ursprünglichen Form fast unverändert erhalten geblieben ist. Auf diese Weise ehrte er den zum Schutzpatron von Hildesheim erhobenen und 1131 heiliggesprochenen Bischof Godehard.

Zu Beginn des 11. Jahrhunderts kam eine neue Nord-Süd-Verbindung zustande. An der Kreuzung der neuen Straße mit der alten Ost-West-Verbindung entwickelte sich, weit aus dem Tal der ersten Ansiedlung herausgerückt, eine neue Siedlung rings um eine kleine, dem Hl. Andreas geweihte Kapelle aus spätkarolingischer Zeit. Handel und Handwerk entwickelten sich rasch. Der Marktflecken Hildesheim erreichte seine erste Blütezeit.






993 - 1022
Bischof Bernward
Der bedeutendste Hildesheimer Bischof
(Monogramm Bernwards)





1015
Bernwards-Tür
Monumentale Bronzetür mit biblischen Darstellungen




1020
Christus-Säule
Monumentale Bronzesäule mit Darstellungen aus dem Leben Jesu




1022
Michaelis-Kirche
Von Bernward begonnen und von Godehard 1033 fertig gestellt
(Weltkulturerbe)




1022 - 1038
Bischof Godehard
Godehard (St. Gotthard) wird zum Patron der Stadt
(Godehards Bischofsstab)




1061/1079
Hezilo-Dom
Weihen des Hildesheimer Doms unter Bischof Hezilo
(Weltkulturerbe)




1133
Godehard-Kirche
Und Godehardi-Kloster
Gegründet von Bischof Bernhard I.




1140
Andreas-Kirche
Erweiterung zur romanischen Basilika.
Zurück Weiter