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BILDUNG DER STADT
Die Geschichte des Bistums und der Stadt Hildesheim


1146 wird Hildesheim erstmals in einer Urkunde zweifelsfrei als Stadt bezeichnet. Wie die Verfassung jener städtischen Siedlung im frühen 12. Jahrhundert ausgesehen hat, wissen wir nicht. Wahrscheinlich war jedoch das erst im 13. Jahrhundert nachgewiesene Stadtsiegel (mit dem Siegelbild von Bischof Godehard als Stadtpatron) schon in Gebrauch.

1167 erscheint Hildesheim als nahezu vollständig ummauerte Marktsiedlung.

Vor der Stadtmauer lag das Mauritius-Stift, um an dem wirtschaftlichen Aufstieg Hildesheims teilzuhaben, gründete das Priesterkapitel des Stiftes 1196 die Dammstadt. Hier siedelten sich vor allem Weber und Tuchhändler aus Flandern an.
Siegel der Dammstadt Bild: SAH

Knapp zwanzig Jahre später wurde mit der Neustadt eine weitere städtische Konkurrenzsiedlung außerhalb der Hildesheimer Mauern gegründet.

Siegel der Neustadt
Bild: Stadtarchiv Hildesheim (SAH)


1225 wurde erstmals das Andreanum urkundlich erwähnt. Die Schule an der Andreaskirche
stellte eine Konkurrenz zur etablierten Domschule dar.

In jener Zeit wurde die Decke der Michaelis-Kirche von einem unbekannten Mönch durch ein romanisches Fresko bereichert. Das Werk gilt als das bedeutendste Deckengemälde jener Zeit nördlich der Alpen.
Der Sündenfall (Detail)
Deckenfresko, Michaeliskirche
Bild: Stadtarchiv Hildesheim

Mitte des 13. Jahrhunderts kam es zu einer Doppelwahl des Hildesheimer Bischofs. Die Verwirrung im Domkapitel nutzten die Bürger der Stadt und ergriffen Partei für Heinrich von Heiligenstadt. Nachdem dieser schließlich zum Bischof berufen wurde dankte er den Bürgern von Hildesheim, indem er mit dem Stadtrechtsprivileg von 1249 die Stadt als eigenen Rechtsbezirk mit bürgerlicher Selbstverwaltung anerkannte.

Dies wird u.a. an dem Artikel deutlich der den berühmten Grundsatz "Stadtluft macht frei" enthält.

Stadtrechtsprivileg von 1249
Bild: Stadtarchiv Hildesheim

Die wirtschaftliche Entwicklung des bürgerlichen Zentrums der Stadt im Umfeld der Andreaskirche machte es bald nötig einen neuen Marktplatz zu begründen an dem auch seit 1268 ein prächtiges Rathaus befand. (Die ersten Ratsherren wurden bereits 1236 erwähnt)

Trotz der Zugeständnisse des Bischofs gegenüber der Stadt halten die Konflikte an. 1296 spitzt sich die Lage zu und die Bürger dringen gewaltsam in den Bischofshof ein.
Das Hildesheimer Rathaus
Foto: Raymond Faure

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde der Bischof durch den Rat der Stadt immer mehr aus seiner Funktion als Stadtherr verdrängt.
Im Jahr 1300 erließ der Rat ohne Absprache mit dem Bischof eine eigene Stadtverfassung ("Bürgerliches Stadtrechtsprivileg").

Der so genannte "Tausendjährige Hildesheimer Rosenstock" an der Apsis des Domes steht in unmittelbaren Zusammenhang mit der Gründugslegende des Bistums. Aufgrund der neuesten archäologischen Forschungen wird gegenwärtig das Alter des Rosenstocks allerdings mit "nur" 700 Jahren angegeben.
Hildesheimer Rosenstock
Foto: Raymond Faure,

1332 kam es erneut zu Konflikten um die Bischofsherrschaft zwischen zwei konkurrierenden Anwärtern. In diesem Zusammenhang fällt die dunkelste Stunde der Geschichte Hildesheims.
Die Truppen eines der Bischofsanwärter überfielen vermutlich zusammen mit Bürgern der Altstadt (Konkurrenzangst) an Heilig Abend die benachbarte Dammstadt und brannten sie vollends nieder. Ihre Bewohner wurden blutig abgemetzelt.


Der Kehrwiederturm,
ein Relikt der Neustädtischen Stadtbefestigung stammt aus dem Jahr 1465

Foto: Raymond Faure,
www.raymond-faure.com




1146
Civitas
Erste urkundliche Erwähnung der STADT (civitas) Hildesheim
(Ältestes Stadtsiegel,1210)




1167
Vollendung der Stadtmauer
(Erste vollständige Stadtbefestigung)



1196
Gründung der Dammstadt
Eine Satellitenstadt entsteht außerhalb der Stadtmauer



1215
Gründung der Neustadt
Eine Satellitenstadt entsteht außerhalb der Stadtmauer



1225
Begründung des Andreanum
Eine bürgerliche Alternative zur Domschule



1230
Fresko Sündenfall
Ausschnitt aus der Deckenmalerei der Michaelis-Kirche



1249
Stadtrechts-
Privileg
Der Bischof erkennt die bürgerliche Selbstverwaltung an
"Stadtluft macht frei"



1270
Rathausbau
Am neuen Marktplatz



um 1300
Rosenstock
Der angeblich 1000-jährige Rosenstock ist vermutlich erst 700 Jahre alt



1300
Stadtmauer Neustadt
Motiv: Der heute noch erhaltene Kehrwiederturm



um 1300
Bürgerliches
Stadtrechts-
Privileg
Siegel von 1375 mit den Rauten des Stadtwappens



1332
Dammstadt wird niedergebrannt
Heilig-Abend 1332
Blutiges Ende der Hildesheimer Konkurrenz
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