Historisches
Definition
Aufrichtung & Transport
Deutung
Brauchtum
Datierung
Menhire im Saarland
Menhire in Rheinhessen
Menhire in der Rheinpfalz
Menhire in Hessen
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Das Rätsel
der Menhire


von Detert Zylmann


Kurzbeschreibung

"Hinkelsteine" in Deutschland: In Rheinland-Pfalz, Hessen und Sachsen-Anhalt sind heute in Deutschland die meisten tonnenschweren "Hinkelsteine" zu bestaunen. Dies geht aus dem Buch "Das Rätsel der Menhire" des Mainzer Archäologen Dr. Detert Zylmann hervor. Der größte "Hinkelstein" ist allerdings aus dem Saarland bekannt. Dieser Koloss namens "Gollenstein" bei Blieskastel im Saarpfalz-Kreis erreicht eine Länge von 7 Metern. Als Rekordhalter gilt ein Menhir aus der Bretagne in Frankreich mit sage und schreibe 21 Metern Länge und 350 Tonnen Gewicht. Neueste Untersuchungen in der Westschweiz vom Neuenburgersee lassen erkennen, dass die Sitte Menhire zu errichten, bereits in der Mitte des 5. Jahrtausends v. Chr. begann. Die "Hinkelsteine" werden immer noch sehr unterschiedlich als Götteridole, phallische Kultdenkmäler, Opferpfähle, Gerichtsstätten, Ahnenkultmale, Ruhesitze für umherschwebende Seelen oder als "Ersatzleiber" Verstorbener, an denen die Hinterbliebenen ! Abschied nehmen konnten, gedeutet.

Klappentext

Was hat die Menschen der jüngeren Steinzeit ab Mitte des 5. Jahrtausends v. Chr. bewogen, tonnenschwere und bis zu 21 Meter hohe Steinmale, die Menhire oder "Hinkelsteine", zu errichten? Wie schaffte man es, diese Kolosse zu transportieren und aufzustellen? Welchen Zweck hatten die meistens freistehend, einzeln, in Kreisen oder manchmal sogar zu tausenden in Reihen angeordneten Kolosse? Mit solchen Fragen befasst sich der Mainzer Archäologe Dr. Detert Zylmann in seinem Buch "Das Rätsel der Menhire". Obwohl Wissenschaftler sie sorgfältig untersuchten und mancherlei Fantasten glaubten, das Rätsel um diese Steine gelöst zu haben, blieben die Menhire bis heute von Geheimnissen umwittert. Unbestritten ist nur, dass sie eine kultisch-religiöse Funktion hatten. Vielleicht dienten diese eindrucksvollen Steinmale einst als Götteridole, phallische Kultdenkmäler, Opferpfähle, Gerichtsstätten, Ahnenkultmale, Ruhesitze für umherschwebende Seelen oder als "Ersatzleiber" Verstorbener, an denen die Hinterbliebenen Abschied nehmen konnten. Über Jahrtausende hinweg – von der Steinzeit bis in die Gegenwart – zogen Menhire immer wieder Menschen in ihren Bann. Einige der mysteriösen Steinmale konnten sich angeblich zu hohen Feiertagen drehen oder sie gaben Weh- und Klagelaute von sich, wenn jemand sein Ohr an sie legte. Von anderen erhofften sich Abergläubische durch ihre Berührung einen segensreichen Einfluss auf die Liebe und den Kindersegen oder die Heilung von Krankheiten.

Menhire hat man zu unterschiedlichen Zeiten in Europa, Asien, Afrika und Amerika aufgestellt. Besonders eindrucksvoll wirken die Menhir-Alleen von Ménec, Kermario und Kerlescan im französischen Departement Morbihan auf Betrachter. In Deutschland können die letzten steinernen Zeugen eines unbekannten prähistorischen Kultes in Baden-Württemberg, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bewundert werden.





Über den Autor

Der Archäologe Dr. Detert Zylmann wurde 1944 in Hamburg geboren. Nach dem Studium der Vor- und Frühgeschichte, Ethnologie und Anthropologie in Hamburg und Mainz promovierte er 1980 in Mainz. Nach zweijähriger Tätigkeit am Institut für Denkmalpflege in Hannover, Dezernat Inventarisation, übernahm er 1983 die Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters bei der Archäologischen Denkmalpflege Mainz. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.