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MENHIRE
IN DER RHEINPFALZ



LANGENSTEIN / STAHLBERG

Der größte und auch einer der schönsten Menhire in der Pfalz ist der Langenstein am Stahlberg bei Rockenhausen. Er misst 3,40 m in der Höhe, 1,30 m in der Breite und ist 90 cm dick.
Er steht am südlichen Hang des Stahlbergs.
Unweit des Menhirs befindet sich eine (versiegelte) Quelle und ein Hügelgrab (in exakt westlicher Richtung).
Bild: www.orte-der-kraft.de

D
ie westliche Seite des Steines ist sehr eben und weist Spuren von Steinmetz-Werzeugen aus. Möglicherweise hat jemand in späterer Zeit versucht den Stein zu bearbeiten (Begradigung zum Zweck einer Grenzsteinverwertung oder Christianisierung). Konnte aber glücklicherweise wohl sein Werk nicht zu Ende bringen. Der Menhir lag lange Zeit um und wurde erst 1936 wieder aufgestellt.



KRIMHILDENSTEIN / OTTERBERG

Der Stein wird bereits in einer Urkunde von 891 als "Wala-Stein" (Römerstein) und in einer Urkunde des ausgehenden 15. Jh. als "Kremheldenstein" (Krimhildenstein) bezeichnet.
Er steht noch an seinem ursprünglichen Standort im Schnittpunkt der Grenzen zu Höringen / Ottersberg / Heiligenmoschel.
Bild: www.kaiserslautern-kreis.de

Der Stein ist ca. 2,20 m hoch und 1,50 m breit und wird von zwei Grenzsteinen flankiert.
Die spätmittelalterliche Benennung als Krimhildenstein wundert nicht, denn in jener Zeit sah man in den alten Sagenfiguren riesenhafte Wesen (vgl. Siegfriedstein in Worms). Aus Belgien und Frankreich kennen wir auch Brunhildensteine, die in ähnlicher Tradition stehen. Geheimnisvoll obwohl vergleichbar bleibt in diesem Zusammenhang das bereits 1043 erwähnte Brunhildis Bett im Taunus.



LANGE STEIN / EINSELTHUM

Der "Lange Stein" von Einselthum (Donnersberg-Kreis) gehört zu den interessanteren Menhiren der Pfalz. Er besticht weniger auf Grund seiner bescheidene Größe (1,24 m hoch, 1,47 m breit, 0,55 m dick) sondern vielmehr durch sein möglicherweise sehr hohes Alter.
Der "Lange Stein" bei Einselthum gehört zu den wenigen archäologisch untersuchten Menhiren.

Aus dem Umfeld des Steines konnten Scherben der jungsteinzeitlichen Rössener Kultur (etwa 4500 bis 4300 v. Chr.!) geborgen werden. Nach den Erkenntnissen des Ausgräbers stehen einer Datierung des Steines in diese Kultur nichts entgegen, auch wenn die Grabung den Nachweis eines unmittelbaren Zusammenhangs zwischen Menhir und der Rössener Kultur nicht erbringen konnte. (Text: Detert Zylmann, Foto: Eichfelder)

Für gewöhnlich lässt die Forschung die süddeutsche Megalithkultur erst etwa 1000 Jahre später beginnen.
Das in unmittelbarer Nähe zu dem Stein gefundene Kenotaph (Scheingrabmal) hatte einen megalithischen Grundaufbau.


"Megalithische" Grabkammer bei Einselthum
Bosinski, 1961 Fig. 7

Die Flurnamen-Bezeichnung "Langer Stein" stammt bereits aus dem Jahre 1071.
Der "Lange Stein" wird auch mit dem Dreißigjährigen Krieg oder mit der Besetzung der Pfalz durch die Franzosen in Zusammenhang gebracht.




LANGER STEIN / OBERMOSCHEL
Der "Lange Stein" von Obermoschel (Donnersbergkreis) ist etwa 1,80 m hoch aber vermutlich nur noch in der Hälfte der ursprünglichen Breite vorhanden.
Er
steht unweit vom Waldhaus Ludwigstreue bei Obermoschel. In unmittelbarer Nähe befinden sich Grabhügel und Wallanlagen.
Bild: www.orte-der-kraft.de




MENHIR / BIEDEBACH

Der Menhir am Biede- oder Büddebach ist 2,40
.m hoch, vierkantig, 50/70.cm dick, oben zulaufend und steckt mit Felsen verkeilt im Boden. Er steht zwischen Waldleiningen und Frankenstein (Hochspeyerer Wald) am steilen Hang des Leinbaches. Ein Pfad führt zu dem Denkmal hin.
Bild und Hinweis: Ulrich Peter



LANGENECK / HOCHSPEYER

Die beiden Menhire am Langeneck und Mitteleck, bezeichnet nach der Waldabteilung bei Hochspeyer sind etwa ein Meter hoch und 31
.cm bzw. 66.cm dick.
Der vierkantige Pfeiler überragt einen abgeflachten Hügel (vermutlich Grabhügel). Bei dieser Anlage könnte es sich um einen keltischen Tumulus der Hallstattzeit handeln
.
Bild und Hinweis: Ulrich Peter



HINKELSTEIN / ALSENZ
Er wird in einer Urkunde von 1472 als "Becker Hennes Wack" bezeichnet und hatte damals Grenzsteinfunktion. (Quelle: Werner Rasche)
Der 3 m hohe, 1,95 m breite und 70 cm dicke Menhir wurde 1953 (!) von dem Feldflur Oberhäuser Loch (Heidenloch) in den Garten der Verbandsgemeinde Alsenz-Obermoschel (Donnersbergkreis) versetzt und zum Denkmal für die gefallenen Landwirtschaftsschüler umfunktioniert.
Bild aus: Deutschland in der Bronzezeit, Ernst Probst



HINKELSTEIN / GUMBSHEIM

Der Hinkelstein von Gumbsheim steht am Bach östlich vom Ort. Er ist sogar den meisten Ortsbewohnern unbekannt - hier würde Denkmalschutz Not tun! Der Stein ist nicht allzu hoch (ca. 2 m) und recht flach (etwa 30 cm) - also nicht allzu "mega"-lithisch. Aber schön.
Bild: www.orte-der-kraft.de




Der Menhir vom Eisbachtal
Der Menhir wurde 1982 beim Bau der B 271 etwa 15 m südlich des heutigen Standortes in zwei Teile zerbrochen entdeckt und durch die Straßenverwaltung 1989 wieder aufgestellt.



Der "Fliegenstein" von Wattenheim
Bei Eisenberg (Donnersbergkreis), Totenstein beim Grabhügel (22 m Durchmesser)
vermutlich keltisches Fürstengrab der Hallstattzeit (etwa 800 bis 450 v. Chr.)



Der "Hinkelstein" von Bolanden
Der kleine Stein (Höhe 0,75 cm) bei Bolanden (Donnersbergkreis) wird schon 1528 als "Hinkelstein" genannt. Später hatte er Grenzstein-Funktion.



Der "Lange Stein" von Rittersheim
Heute dient der Stein (Höhe 1,40 m) als Grenzstein zwischen Rittersheim (Donnersberg-Kreis) und Bischheim. (Möglicherweise "in alter Zeit" ein Gerichtsstein, in der Nähe ein "Hunkelstein")



Weitere (kleine) Menhire bzw. Steindenkmäler aus dem Donnersbergkreis:
Börrstadt: "Hinkelstein", Totenstein bei einem Grabhügelfeld)
Gonbach: "Langer Stein", Grenz- und Totenstein bei einem Grabhügelfeld)
Sippersfeld: "Babenstein", Babe = altes Weib, Totenstein Grabhügelfeld)
Sippersfeld: "Langer Stein", Gerichtsstein, Grenzstein, etc.
Frankenstein: Menhir im Diemersteiner Wald (verschollen?)