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ROSENGARTEN
Eine künstlerische Interpretation von Eichfelder


LAND ART

Plan: Stadtplanungsamt Worms / Eichfelder ..



DAS LABYRINTH UND WORMS

In Worms wurde bis in das 19. Jh. Anfang Mai der Wiesengang abgehalten. Im Rahmen dieses "uralten" Brauchs wurde eine Laube auf dem Platz errichtet, in der die hohen Herren der Stadt während der Festlichkeit ihre Speisen einnahmen. Die Schulkinder rangierten sich dann kreisförmig um das Zelt. Einer der Schüler fungierte als Vorbeter, die anwesende Gemeinde ging auf die Knie und betete laut mit. Daraufhin liefen die Schüler 3 mal singend um das Zelt herum und zuletzt einzeln hindurch. Ein jeder Schüler erhielt beim Austritt von dem Schützen eine May. Die Prozession wurde drei Tage lang täglich wiederholt.

Zum Vergleich: Von der Trojaburg bei Eberswalde wird z. B. folgendes berichtet: "Am 2ten Osterfeiertag zog die Schuljugend (dorthin), um das Labyrinth zu durchlaufen, am Ende bekommt jeder Schüler ein Ei zur Belohnung.
Der Festzug um die Merwigslinde bei Nordhausen erfolgt (angeführt vom Maigraf) in labyrinthischen Bahnen, auch hier finden sich die Ratsherren und Bürgermeister in den besagten Laubhütten wieder.
Ringeltanz um die seit 1972 restlos beseitigte Merwigslinde
Foto: Stadtarchiv Nordhausen

Leider ist der ursprüngliche Ort des Wiesengang-Festes unbekannt, mehrere Hinweise deuten auf die Gegend bei dem Gräberfeld von Maria Münster, wo u.a. das Siegfriedgrab und evtl. auch der Wormser Rosengarten zu lokalisieren ist.
Der Flurname des nördlichen Gräberfeldes heißt Schlangenwaag, das ist besonders interessant, wenn man an die Trojaburg von Steigra denkt, die den Namen Schlangengang trägt. Sicher ist das mhd. *waag, obwohl es auch Bewegung bedeutet, in diesem Falle aber als Wog zu interpretieren, da sich das Gebiet in direkter Nachbarschaft zum Stadtgraben befindet, aber das Vorkommen der Schlange ist damit noch nicht erklärt.

Diese Erklärungsnot gibt es bei dem Schlangengang von Steigra nicht, denn hier sind die Windungen des Labyrinths namensgebend. Die Anlage liegt direkt neben einem Tumulus und wird von uralten Linden überschattet, mir erscheint es fast wie ein noch existierendes Pendant zu einem ausgegangenen Wormser Rosengarten.

Schlangengang nebst Grabhügel in Steigra
Bildquelle: ZDF, Terra X Labyrinthe (2004), www.zdf.de


RESULTAT

Die Beschreibung des Wiesengang-Festes macht ein Labyrinthspiel für Worms sehr wahrscheinlich. Hinter dem Kult um das Labyrinth verbirgt sich ein uralter indoeuropäischer Mythos über den sehr viel spekuliert wird und der (in Anbetracht der großen Verbreitung und des hohen Alters) auch sicher in den verschiedensten Formen praktiziert wurde.