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Eine künstlerische Interpretation von Eichfelder


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Plan: Stadtplanungsamt Worms / Eichfelder ..



DAS LABYRINTH UND DIE SIEGFRIEDSAGE

Hagen von Tronje, wie wir ihn aus dem Nibelungenlied kennen hat schon in dem knapp 300 Jahre älteren Waltarilied an der Seite König Gunthers gekämpft, nur hieß er in diesem Epos Hagen von Troja. Ebenso wie in der im 13. Jh. entstandenen Thidreksaga.
Otto Höfler stellte - über den Gedanken der trojanischen Abstammung hinaus - hier die Verbindung zu dem sog. Trojalabyrinth her. Es ist auch bekannt als das klassische Labyrinth. Der umstrittene Altgermanist vermutet ein indioeuropäisches Kultspiel hinter den ältesten (mythischen) Schichten der Nibelungensage, insbesondere bei Siegfrieds Tod.

In dem belgischen Städtchen Rousson wird bis zur Gegenwart - jeweils am 1.ten Mai - ein alter Brauch durchgeführt; bei dem ein Räuber namens "Hacco" mit einer Schar von berittenen Gefolgsleuten nach je zwei dreimaligen Umritten (erst außerhalb, dann innerhalb einer "Barriere") einen jungen "Pilger" jagt. Dem Schützen gelingt es schließlich den Gejagten mit einem Pfeilschuss (natürlich symbolisch) zu töten.
Hagen tötet Siegfried mit einem Pfeilschuss
Miniatur der Hundeshagen-Handschrift (15. Jh.)

Gregoire, Kralik und Höfler stellen dieses Spiel zur Siegfried Tradition. In dem dreimaligen Umlauf sieht Höfler außerdem einen Hinweis auf das Trojaspiel.

Labyrinthe wurden aus dem Rasen geschnitten oder mit Steinen gelegt, welcher rätselhafte Kult sich dahinter verbarg ist ungeklärt. Vermutlich aber waren die Labyrinthe im 1. Jahrtausend v. Chr. in Europa so verbreitet, wie heute die Kirchen.
Nur in Skandinavien lassen sich gegenwärtig noch etwa 600 Labyrinthe nachweisen, da sie dort - im Gegensatz zu Deutschland - aus langlebigen Steinen gesetzt wurden.
Sehr häufig stehen Labyrinthe in unmittelbarer Verbindung zu Grabanlagen, insbesondere zu Hügelgräbern, wie dies heute noch u.a. beim "Schlangengang" in Steigra sichtbar ist.
An den wenigsten Orten wurde das Brauchtum so lange gepflegt und die Labyrinthe alljährlich bis in unsere Zeit hinein erneuert (d.h. aus dem Rasen geschnitten). Dennoch haben sich viele Hinweise auf kultische Labyrinth-Zeremonien durch die Zeit erhalten.

Auf den Färöer tanzte man früher zum Gesang des "Sjurðar kvæði" (Sigurdlied) den "ormen longe" (langen Wurm, eine Schlange) in labyrinthischen Bahnen, wobei ein Vorsänger extra stand, während die Tänzer den Kehrreim sangen. Man hielt sich seitlich mit der Hand und ging immer zwei Schritte vorwärts, einen zurück.
Der "Lange Wurm", Tanzspiel auf den Färöer-Inseln
Aus: Jörg Lechler, 5000 Jahre Deutschland, 1930