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Wormser Zeitung (30. September 2005)


Historie erhalten und erzählen

"Geschichtsweg" soll auf Weckerlingplatz
Ein Ja von Kulturausschuss

Von Susanne Müller

Die Künstler "Eichfelder" und Horst Rettig (v.l.) mit den ersten zwei Bronze-Platten, die auf dem Weckerlingplatz einmal zu einem Geschichtsweg werden sollen.
Foto: Uwe Feuerbach

Der Rathausplatz: erledigt. Der ebenfalls als Standort mögliche Abschnitt in der Fußgängerzone zwischen Winzerbrunnen und Kaiser Passage: aus der Diskussion.

Der von den Wormser Künstlern Horst Rettig und "Eichfelder" konzipierte "Geschichtsweg" wird nun aller Voraussicht nach auf den Weckerlingplatz kommen. Das begehbare Kunstwerk war Thema im Kulturausschuss, das Gremium zeigte sich angetan von der Konzeption, Oberbürgermeister Michael Kissel sprach von einer faszinierenden Idee.

Diese sieht vor, dass die 7500-jährige Geschichte und Vorgeschichte der Stadt auf einer 75 Meter langen Achse anhand 100 Piktogrammen erlebbar und begehbar wird - Tafeln aus Bronze sollen eingelassen werden in den Boden. So ist es von der Gegenwart bis zum Dritten Reich nur ein kleiner Schritt, bis zum Reichstag von Martin Luther knapp fünf, bis zu den Römern 20 Meter. Die ersten Besiedlungsspuren liegen am Beginn der Installation, 75 Meter entfernt.

Die Tafeln werden einzeln angefertigt, jedes der Elemente soll 1077 Euro kosten, das Gesamtkunstwerk also rund 100000 Euro. Die Künstler stellten dem Gremium die ersten beiden Mustertafeln vor, die gesponsert werden von den Nibelungenfestspielen und der Gussfirma Buderus. Die Wandstärke der Reliefs beträgt acht Millimeter. Sie sind aus Denkmalbronze und 385 mal 385 Millimeter groß. Die Oberfläche ist bearbeitet, erhabene Stellen leicht angerieben. Die Kosten für das benötigte Fundament der Bronzetafeln sowie deren Verlegearbeiten sollten durch die Stadt getragen werden, schlugen die Künstler dem Gremium vor.

Der Oberbürgermeister nannte das Projekt eine grafisch-attraktive Gesamtschau der Wormser Geschichte, und: "Es wäre doch gelacht, wenn wir es nicht schaffen würden, 75 Sponsoren für die Platten zu finden" Konsens war es im Ausschuss, dass der Weckerlingplatz sehr gut geeignet sei, den Geschichtsweg dort zu realisieren. Als sinnvoll wurde erachtet, den neuen touristischen Fixpunkt in ein Marketingkonzept einzubinden und das zu vermitteln, was die Künstler auch als Ziel genannt hatten: Historie erhalten und erzählen. Die weiteren Schritte hin zur Umsetzung des Projektes sollen nun beraten werden im "Arbeitskreis Weckerlingplatz"; bis zum Ende des Jahres, so Kulturkoordinator Volker Galle, könne hier eine Lösung gefunden werden - auch zur Umgestaltung des Platzes. Der OB sicherte außerdem zu, eine Kostenschätzung für die Verlegung der Bronzeplatten bei Baufachleuten einzuholen.

"Wir halten fest, dass das Projekt auf großes Wohlwollen im Kulturausschuss stößt", resümierte OB Michael Kissel, nun seien Sponsoren und Mäzene gefragt, um den Geschichtsweg realisieren zu können.