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ETZEL
ATTILA
DER
HUNNENKÖNIG


König Etzel
Szenenbild, Fritz Lang Film "Die Nibelungen", 1924

DER BURGUNDEN UNTERGANG

Der historische Burgundenuntergang wird auf das Jahr 436/437 datiert und findet nicht , wie im Nibelungenlied beschrieben auf der Etzelburg in Gran statt, sondern direkt im Siedlungsgebiet der Burgunder am Rhein. Attila selbst nahm höchstwahrscheinlich nicht an diesem Heerzug teil, der in erster Linie auch ein Unternehmen des weströmischen Heerführers Aëtius und seiner Truppen war. Die Burgunder, allen voran ihr König Gundahar waren, obwohl zur Bündnistreue verpflichtet, zu einer Gefahr für das römische Reich geworden, und mussten vernichtet werden. Die Hunnen waren an dem Massaker streng genommen nur sekundär (in Form römischer Hilfstruppen) beteiligt.

Im Waltarilied scheint die Erinnerung an diesen Untergang noch lebendig zu sein, denn dort findet das Armageddon um König Gunther bei Worms statt und es ist nicht Attila/Etzel, der das Verderben bringt, sondern Walther (Waltari), der wie Aëtius zuvor mit Attila befreundet war und sich nun mit ihm überworfen hat.
Attila wurde erst 441 Alleinherrscher der Hunnen, nachdem sein Bruder Bleda, im Nibelungenlied Blödel genannt, ermordet wurde. Im Jahr 451 überquert Attila mit seinen Truppen den Rhein, das römische Kastell in Alzey wurde dabei zerstört, für Worms lässt sich auf Grund einer 1500-jährigen Überbauung dergleichen nicht nachweisen. Der Hunnenkönig war auf dem Weg zu seinem persönlichen Waterloo, denn in eben jenem - für die europäische Geschichte so entscheidendem - Jahr 451 wurden die Hunnen bei der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern mit der letzten Kraftanstrengung des römischen Reichs vernichtend geschlagen. Nach dieser Vielvölker-Schlacht wurden die Hunnen in die asiatische Steppe zurückgedrängt und verschwanden ebenso wie das klassische (weströmische) Reich von der politischen Landkarte Europas.


ATTILA UND HILDIKO

Im Jahre 453 heiratet der Hunnenkönig Attila die Germanin Hildiko, stirbt aber in der Hochzeitsnacht an einem Blutsturz. Dieses dramatische Geschehen hat sich in der Überlieferung niedergeschlagen. Aus Hildiko könnte Kriemhild geworden sein so wie aus Attila Etzel wurde.

Auf einer frühen Stufe der Sagenbildung tötet Hildiko den Hunnenkönig aus Rache für den Mord an ihren Brüdern. Ganz ähnlich überliefert es die nordische Nibelungensage. Im Nibelungenlied hingegen ist es genau umgekehrt, dort lässt Kriemhild ihre Brüder von den Hunnen töten, um Siegfried zu rächen.
Erklärbar wird dieser Unterschied durch die enge Sippenbindung in der nordischen Welt, wogegen im europäischen Hochmittelalter die Ehegemeinschaft höher bewertet wurde. Man muss daher zwei im Ansatz verschiedene Traditionsstränge und Rechtsauffassungen berücksichtigen.