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GUNDAHAR
BURGUNDERKÖNIG


König Gunther
Szenenbild, Fritz Lang Film "Die Nibelungen", 1924

Im Zuge der Völkerwanderung haben die Burgunder etwa um das Jahr 413 von Osten her kommend den Rhein überquert und dort ein sehr kurzlebiges Reich errichtetet.
Ob ihr Königssitz tatsächlich in Worms war, so wie es in den Epen überliefert wird, lässt sich auf Grund der kurzen Dauer dieses Reiches (etwa 20 Jahre) nicht nachweisen.

Sehr wahrscheinlich besaßen die Heerkönige der frühen Burgunder überhaupt keinen festen Königssitz, sondern eine gewisse Anzahl an Residenzen, von denen aus sie während ihrer permanenten Heerfahrten die Regierungsgeschäfte leiteten.

Der Burgunderkönig Gundahar ist in der "lex Burgundionum" geschichtlich bezeugt.
In ihm erkennt die Forschung den im Nibelungenlied beschriebenen Gunther (bzw. den Gunnar der nordischen Überlieferung).

Der historische Gundahar verbündete sich zunächst mit den Römern, um deren Grenzen vor weiteren eindringenden Stämmen zu schützen.. Letztendlich aber wollte er seinen Herrschaftsbereich in nordwestlicher Richtung gegen die römische Provinz Belgica ausdehnen und beteiligte sich vermutlich an Intrigen, die den Kaiser stürzen sollten. So zu einer Gefahr für Rom geworden, wurden die Burgunder im Jahr 436 von dem weströmischen Heerführer Aetius mit Unterstützung hunnischer Hilfstruppen (Attila/Etzel war daran vermutlich nicht beteiligt) vernichtend geschlagen. Dabei wurden der König, seine Familie und ein großer Teil des Volkes getötet.
Im Jahr 443 siedelt Aëtius die überlebenden Burgunder in der Sapaudia, dem heutigen Savoyen, an der oberen Rhône an. Ab 461 war Lyon neue burgundische Residenz.

Die "leges Burgundionum" (die burgundischen Stammesrechte) wurden vor 516 aufgezeichnet. In Ihnen werden auch die Könige Gibica, Gundomar, Gislahar und Gundahar erwähnt. Gibica entspricht dabei dem altnordischen Gjúki (mhd. Gibiche) d.h. dem Vater der burgundischen Brüder der Nibelungensage ( nur im Nibelungenlied heißt er Dankrat). Gundahar ist König Gunther, Gundomar vermutlich Gutthorm bzw. Gernot und Gislahar steht für Giselher.
534 wird das burgundische Gebiet dem fränkischen Reich angegliedert und die Geschichte der Burgunder als eigenständiges Volk besiegelt.