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HAGEN VON TROJA

Foto: Heinz Angermüller

Im Nibelungenlied ist Hagen ein Vasall Gunthers, dessen treuer Gefolgsmann und Ratgeber. In der nordischen Überlieferung ist Högni (Hagen) sogar ein Bruder Gunnars (Gunther) und wird anders als im Nibelungenlied nicht zum Mörder Sigurds (Siegfrieds).

An der Person des grimmigen Hagen müssen alle Überlegungen der historischen Zuordnung scheitern.
Der Albensohn ist die urtümlichste Gestalt der Nibelungensage. Seine dunklen und dämonischen Züge führen uns weit zurück in vorgeschichtliche Zeiten. Im Waltarilied heißt er "Hagano (veniens de germine) Troiae". Erst drei Jahrhunderte später wird im Nibelungenlied daraus "Hagen von Tronje". Die Tradition der Thidreksaga hatte den ursprünglichen Namen besser bewahrt, denn dort wird unser finsterer Held noch im 13. Jh. als "Högni (Haugni) af Troia" bezeichnet.

Es wurde schon sehr häufig versucht die ursprüngliche Heimat Hagens zu lokalisieren (Es ist fast albern ihn auf den elsässischen Ort Tronia, später Kirchheim, zurückzuführen). Unzählig viele Städte Europas tragen den Namen Troja (bzw. Variationen davon).

Xanten wurde im Mittelalter beispielsweise als Klein-Troja bezeichnet und irrtümlich sowohl mit Hagen, als auch mit der Sage der trojanischen Abstammung (d.i. das Troja des Homer) in Verbindung gebracht. Letztendlich handelt es sich dabei aber um ein sprachliches Missverständnis, denn der alte Namen von Xanten (colonia traiana) besagt nur, dass es sich dabei um eine Gründung des Kaisers Trajan handelt.
Viele andere Orte, die ihren Namen von "troja" herleiten stehen in Zusammenhang mit labyrinthartigen Anlagen (s. Kapitel Labyrinthe) und /oder der Sage um die trojanische Abstammung. Franz Rolf Schröder und Otto Höfler haben bereits die Verbindung zwischen dem "Todesdämon" Hagen und dem Labyrinth hergestellt. Bei den Indern (Rigveda), Persern und Südslawen heißt diese dämonische Gestalt übrigens Druh, Druja und Trojan!

Gerade aus dem Bereich der Brauchtumsforschung liegen Berichte von Kultspielen vor, in denen der todbringende Schütze Namen wie Haki oder Hacco trägt (Näheres hierzu im Kapitel: Rosen-Labyrinth)

Die Etymologie des Namens Hagen führt uns zu dem Stamm *hag, im Sinne von Gehege. Deshalb bedeutet Hagen auch "der Heger" bzw. "der Beschützer". Die ahd. Bedeutung des Wortes *hagen entsprach genau genommen der des Dornbusches (hagan paliurus, ligna spinosa). In diesem Zusammenhang liefert uns das Waltarilied wertvolle Hinweise, denn in dem Epos wird Hagen einmal als "Hagedorn mit den grünen Blättern" (O paliure, vires foliis, ut pungere possis), ein anderes Mal als dorniger Hagen (hagano spinosus) bezeichnet.