Nibelungen
Nordische Sage
Deutsche Sage
Parallelen
Kultplätze
Labyrinthe
Rosengärten & Gräberfelder
Menhire
Worms
Sagen
Einführung
Die drei Bethen im Wormser Dom
Der Stadtname von Worms
Das Juliana-Bildnis im Dom
Das Siegfried-Grab
Der Rosengarten bei Maria Münster
Der Rosengarten bei Worms
Der Rosengarten bei Lampertheim
Das Wormser Maifest
Drachenknochen
Siegfriedstein
Das Stadtwappen
Maasze Nissim - Wormser Wunder
Geschichte
Kunst
Links
Kontakt
Suche:



DER ROSENGARTEN
BEI
LAMPERTHEIM

Rheinwiese, aus: www.qype.com ..

Der Rosengarten als Flurname bei Lampertheim (auf der Worms gegenüber liegenden Rheinseite) wurde erstmals 1422 urkundlich erwähnt, damals wie heute rechtsrheinisch.
Der Kampfplatz des Rosengartenliedes (um 1340) ist allerdings linksrheinisch gedacht, denn Dietrich musste mit seinen Männern von Osten her kommend über den Rhein setzen, um den Rosengarten zu betreten.

Bevor der Rhein im vorletzten Jahrhundert begradigt wurde war er mit vielen kleinen Inseln übersäht. Diese Inseln (Wörthe) entstanden auf natürliche Weise durch Anschwemmung und wurden ebenso wieder abgetragen. Manche von ihnen wuchsen allerdings zu beachtlichen Größen und waren auch bewaldet. Eine dieser großen Rheininseln bei Lampertheim wurde als Rosengarten bezeichnet. Mittlerweile ist diese Insel fester Bestandteil des rechten Rheinufers. Über die Herkunft des Namens wurde schon viel spekuliert.

DAS GRÄBERFELD

Im Jahre 1934 entdeckte man etwa 5 km südlich des Lampertheimer Rosengartens ein Gräberfeld, das seiner Größe nach als Zeugnis einer Siedlung angesehen werden muss (nach Peter Wackwitz). Es handelt sich um 56 Gräber, von denen 30 Beispiele der uns aus dem burgundischen Siedlungsgebiet in Ostdeutschland bekannten Brandgrubengräber sind.

(Zu der ursprünglichen Identität von Rosengärten und Gräberfeldern siehe Beitrag unter Kultplätze)

Die Beigaben, in erster Linie die Schmucksachen aus Metall, weisen starke typisch ostgermanische und ganz besonders burgundische Kulturelemente auf (Wackwitz), etwa die Halsringe mit Ösenverschluss [In genau jener Art, wie man sie u.a. auch bei Maria Münster fand, siehe Abb. rechts].
Daneben ist aber auch provinzialrömischer Einfluss, besonders bei der Keramik, festzustellen sowie alemannisch geprägtes Fundgut. Dass das Lampertheimer Gräberfeld trotzdem als burgundisch gedeutet wurde, ist auf die starke Ähnlichkeit mit burgundischen Gräberfeldern aus dem ostdeutschen Bereich zurückzuführen.

Ostgermanischer Halsring, Museum Worms, Bild: Eichfelder


Das Lampertheimer Gräberfeld hat man auf Grund der aus den Beigaben sich ergebenden chronologischen Indizien auf die zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts datieren müssen, dadurch fällt es als Stütze für das Burgunderreich in Worms aus, im Rahmen der burgundischen Geschichte ließe es sich höchstens im Zusammenhang des allmählichen Vorschiebens der Burgunder nach Westen werten.
Bezug nehmend auf Frau Schulze-Dörrlamm (Römisch-germanisches Zentralmuseum, Mainz) und Frau Grünewald (Museum der Stadt Worms) wird das Gräberfeld bei Lampertheim heute keineswegs als burgundische, sondern allenfalls als ostgermanische Fundstelle gedeutet.